173 Herzog iſt zur Jagd nach St.⸗Wendelin geritten. Ich muß darauf beſtehen, den Entſchluß Eurer Durchlaucht fofort zu erfahren.“
„Unerhört, unerhört!“ rief die Greiſin wieder.„Ge⸗ walt des Fürſten gegen die Fürſtin!“
„Des Familienoberhaupts gegen ein ungehorſames Mitglied der Familie.“
„Des Enkels gegen ſeine Großmutter! Das kommt nicht aus ſeinem Herzen; es iſt weich und zart ge⸗ ſtimmt, ich kenne es. Sie ſind es, der ihn dazu ver⸗ leitet. O, Sie wiſſen wohl nicht, was das heißt, ſo gegen eine Mutter, gegen eine Großmutter zu ver⸗ fahren!“
„Durchlaucht ſind im Irrthum!“ erwiderte Führer mit Nachdruck.„Gott ſei Dank, ich weiß, was das heißt; denn ich habe eine Mutter, eine edle, vortreffliche Frau, die ich liebe und ehre, mehr als mein Leben.“
„Nun“ rief die Fürſtin haſtig,„ſo denken Sie die⸗ ſelbe an meine Stelle! Was würde dieſe Mutter, die Sie zu lieben und zu ehren vorgeben, an meiner Stelle thun?“
„Ich habe nicht erſt nöthig, mich in Ihre Lage hineinzudenken“, entgegnete Führer.„Als ich dieſes Staatsamt übernahm, geſchah es nicht nach dem Wunſche und faſt gegen den Willen meiner Mutter. Sie iſt von


