Teil eines Werkes 
3. Band (1869)
Entstehung
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Primitiva, welche kaum wußte, was mit ihr ge⸗ ſchehen, ſank ſchaudernd auf ein Ruhebett und drückte das Tuch vor die überquellenden Augen.

Sie hatte recht geſehen. Der Mann, der durch den Gang geſchritten, war wirklich Führer geweſen. Er ſtand jetzt vor der alten Herzogin in den nunmehr von ihr bewohnten Gemächern, nachdem es ihm nicht ohne Schwierigkeiten gelungen war, bis dahin zu dringen. Der Lakai hatte den mächtigen Günſtling und Miniſter mit einer Verwunderung eintreten ſehen, welche faſt an Scheu grenzte, und hatte deſſen Wunſch, der Her⸗ zogin⸗Mutter ſeine Aufwartung machen zu dürfen, der dienſthabenden Dame gemeldet. Mit nicht geringerer Verwunderung war dieſe zu ihrer Gebieterin einge⸗ treten und Führer ihr ſofort ins Vorgemach gefolgt, von welchem eine nur mit Vorhängen verſchloſſene Thür unmittelbar in das innere Gemach der Herzogin führte. Die Entfernung war ſo klein, daß er es wohl vernehmen konnte, wie auch die Herzogin die Ueber⸗ raſchung ihrer Dienerſchaft theilte und wie ſie in lautem, ungnädigem Tone Befehl gab, den unwillkommenen Be⸗ ſuch abzuweiſen.Brauchen Sie irgend einen Vor⸗ wand, hörte er ſie rufen und nahm dann in anſtän⸗ digſter Haltung die Meldung der Hofdame entgegen,

daß Ihre Durchlaucht mit den Anſtalten zu ihrer Ab⸗ 115