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Bald nach dem Knaben kam eine tief verhüllte Frauengeſtalt aus dem Vorplatze hervor, in den derſelbe einen Augenblick getreten war. Vorſichtig blickte ſie um ſich her und ſchritt dann geflügelten Schritts das Gäßchen entlang.
Indeſſen hatte die Räthin ihren Sohn mit Fragen über den Inhalt der Nachrichten beſtürmt, die, wie ſie geſehen hatte, einen ſo ſtarken Eindruck auf ihn zu machen vermocht hatten.
„Beruhigen Sie ſich, liebe Mutter“, entgegnete ihr Friedrich.„Es iſt nichts. Ich war nur auf die Nach⸗ richt, die ich erhielt, nicht recht vorbereitet.“
„Das müſſen mir feine Nachrichten ſein!“ begann die Räthin wieder.„Das redeſt Du mir nicht ein, daß es nichts geweſen. Ich kenne Dich zu gut und weiß, daß Du der Mann nicht biſt, der wegen eines Nichts erſchrickt! Rede doch! Ich will ja nicht wiſſen, was in dem verwünſchten Papiere geſtanden hat, aber nur das Eine ſage mir, es hat doch keine Gefahr für Dich?“
„Gefahr? Wie kommen Sie darauf?“ fragte Friedrich.
„Siehſt Du, es iſt!“ rief die Räthin ängſtlich.„Du ſagſt nicht nein; es iſt alſo etwas ſehr Gefährliches, was Du erfahren haſt. Nicht wahr, ſie haben etwas gegen Dich vor?“


