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„Nein“, antwortete Friedrich mit einigem Wider⸗
ſtreben.„Ich unterließ es noch immer, weil ich Ulrike, wie ich Ihnen geſagt, Zeit gönnen wollte, ſich ſelbſt zu finden und zu ſammeln.“
„Weil ich das wußte, habe auch ich die ganze Zeit her an mich gehalten. Ich habe mit Dir nicht wieder davon geſprochen und habe mich auch Deiner Frau ge⸗ genüber zuſammengenommen und ordentlich gezwungen, mich ſo zu benehmen, als wenn gar nichts vorgefallen wäre, als wenn ich auch nicht das Geringſte an ihr auszuſetzen hätte; aber wenn Du darauf warten willſt, mein Sohn, bis ſie ſelber zur Einſicht kommt und um⸗ kehrt, darfſt Du Dich das Warten nicht verdrießen laſſen!“ 3 3
Friedrich antwortete nicht. Die nämliche Beſchwerde gährte auch in ihm ſchon lange, aber er hatte es im⸗ mer über ſich gewonnen, zu ſchweigen und ſich mit der Zukunft zu tröſten. Die Maſſen von Arbeit, von de⸗ nen er beinahe erdrückt war und die ſeinen ganzen Geiſt in Anſpruch nahmen, waren ihm dabei zu Hülfe gekommen. Er war daher durch das Geſpräch doppelt unangenehm berührt, weil er im Stillen der beſorgten
MNutter vollkommen beiſtimmen mußte und es doch nicht
über ſich gewinnen konnte, dies auch äußerlich zu thun. Die Räthin ſah ihn einen Augenblick an.„Laß


