Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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ten Gebieterin, bald ſah ſie Führer ergriffen und vor ein erkauftes Gericht geſtellt, ſah ihn verurtheilt, weil er Gutes gewollt! Jetzt beklagte ſie den plötzlichen Untergang all der hoffnungsvollen Saaten, die ſie ſchon mit Entzücken keimen geſehen, dann dachte ſie wieder der Schrecken und Greuel des Bürgerkriegs und ſah das Land davon verheert! Nein, das durfte nicht ge⸗ ſchehen! Das um jeden Preis zu verhindern ſtand feſt in ihr, aber wie vermochte ſie es? Sollte ſie in die Stadt eilen, um Alles dem Herzog zu entdecken? Aber würde er ihr glauben, ohne alle Beweiſe ihrer Aus⸗ ſage? Sollte ſie Führer die Verſchwörung entdecken? Und doch, was würde auch ihm die Entdeckung nützen, wenn er ſo hohen und mächtigen Gegnern gegenüber keine Stütze hätte als dieſe Ausſage! Die Sinne ſchwan⸗ den ihr beinahe vor Erregung und angeſtrengtem Den⸗ ken und kein Ausweg!

Hörnerklang ſchreckte ſie zuletzt aus ihrem Brüten empor. Es war das Zeichen zur Jagd, die bald darauf lärmend aus dem Thore brauſte. Der Morgen brach bereits an und kein Schlaf war in Primitiva's Auge gekommen, obwohl ſie mehrmals ſich zu Bett gelegt und zu ruhen verſucht hatte. Erſchöpft traf ſie ihr Mädchen, welches ihr meldete, daß der Kutſcher be⸗ reits den Wagen zur Weiterreiſe in Stand ſetze und