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ein großer, von der Decke bis zum Boden reichender Schrank einnahm.„Ja“ ſagte die redſelige Alte,„die Schloßmauer macht eben da eine Ecke, darum hat's nicht mehr Platz gelitten für das Zimmer. War auch früher kein Zimmer; das hab' ich mir erſt draus herrich⸗ ten laſſen, damit man doch auch ein Plätzchen hat, wo man ſeine beſſern Sachen hinſtellen kann. Früher war's nur zur Vertheidigung eingerichtet. Da, wo jetzt der Schrank ſteht, ging’s auf die Gallerie in den Ritterſaal, in dem jetzt die Gewehre ſind, hinaus. Die Gallerie iſt aber baufällig geworden und mußte abge⸗ tragen werden, da iſt auch dort zugemacht und der Schrank an die Wand geſtellt worden. Es wird Sie aber Niemand im Schlaf ſtören, Fräulein! Wenn die Geſellſchaft drüben auch ein bischen laut wird, vom Speiſeſaal hört man nichts herüber und zu den Ge⸗ wehren kommt heute auch Niemand mehr! Aber ich halte Sie mit meinem Geplauder auch noch auf! Sie müſſen müde und ſchläfrig ſein von der Reiſe und von der Kälte! Alſo gute Nacht, Fräulein, recht gute Nacht! Ich werde ſobald noch nicht ſchlafen können vor Freude, daß ich Sie heut Nacht bei mir weiß!“
Mit vielen Complimenten entfernte ſich Gertraud und ließ Primitiva, die auch ihr Mädchen bald entließ, allein. Das Zuſammentreffen mit der guten Alten hatte ſie leb⸗


