haft in eine liebe, lange vergangene Zeit zurückgeführt. Mancher freundliche Tag zog mit einer Reihe lachender Bilder an ihr vorüber, und in ziemlich heiterer Stim⸗ mung wollte ſie eben das Licht löſchen, um dieſe Kette von Erinnerungen vielleicht im Traume wieder anzu⸗ knüpfen, als ein Geräuſch von verworrenen Stimmen ſie aufmerkſam machte und inne halten ließ. Es ſchien von der Stelle herzukommen, wo der Schrank ſtand. Sie horchte ein paar Sekunden, der Laut dauerte fort. Raſch entſchloſſen ſchritt ſie auf den Schrank zu, es war, als ob der Laut daraus hervorkäme. Behutſam drehte ſie den im Schloſſe ſteckenden Schlüſſel um, öffnete die beiden Schrankthüren und trat betroffen einen Schritt zurück. Da jetzt der Schall durch die ziemlich ſtarken eichenen Bohlen der Thürflügel nicht mehr gedämpft war, hörte ſie ganz deutlich ein Geſpräch, das ſie durch ſeinen Inhalt noch mehr feſſelte, als es ſchon die eigene Art und Weiſe gethan hatte, auf welche ſie deſſen Zuhörerin geworden war. Die Töne kamen wie aus beträchtlicher Tiefe herauf und erinnerten Pri⸗ mitiva dadurch an Gertraud's Erzählung. Sie begriff, daß ſie an der Stelle ſtand, wo früher die Gallerie des Ritterſaals ausgemündet hatte. Jetzt war dieſe Stelle durch eine Breterwand verſchloſſen, die zu⸗ gleich den Rücken des Kaſtens bildete und durch deren
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


