Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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komm an mein Herz und fühle an ſeinem Pochen, wie dieſe Stunde mich beglückt.

Er zog die neben ihm Sitzende zärtlich an ſich. Mein Friedrich, hauchte ſie und ihre Lippen ſchloſſen ſich zum innigſten Kuſſe an einander.

Nun aber, begann Friedrich nach einigen Augen⸗ blicken des ſeligſten Schweigens,nun ſoll der erſte Augenblick, wo nichts mehr zwiſchen uns ſteht, auch der letzte ſein, der ein Geheimniß zwiſchen mir und Dir kennt. Ich bin Dir noch eine Erklärung ſchuldig.

Ulrike ſah ihn überraſcht an und eine leichte Röthe flog über ihr Geſicht.Ich weiß nicht, wovon Du ſprichſt, ſagte ſie.

Es iſt freundlich von Dir, daß Du das ſagſt und mich nicht mahnſt. Meine innere Mahnung iſt darum um ſo dringender. Erinnere Dich des erſten Abends nach Deiner Ankunft: Du fandeſt, als ich nach den blutigen Auftritten jener Nacht nach Hauſe kehrte und eben im Begriffe war, abzureiſen, eine Bandſchleife bei mir, die Du nach allen Umſtänden wohl für ein Lie⸗ bespfand halten mochteſt. Ich mußte Dir damals, ſo ſchwer es mir ankam, die Aufklärung ſchuldig bleiben, weil mich die Pflicht des fremden Geheimniſſes band. Jetzt bin ich von dieſer Verpflichtung frei, jetzt darf, jetzt muß ich Dir Alles ſagen!