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„Wozu?“ entgegnete Ulrike, durch Friedrich's herz⸗ lichen Ton gewonnen, gleichfalls mit Wärme.„Ich habe nie ernſtlich an Dir gezweifelt.“
„Nimm meinen Dank dafür“, fuhr Friedrich fort, naber höre auch. Nicht blos kein ernſtlicher Zweifel darf zwiſchen uns beſtehen, auch der Schatten eines Gedankens muß weichen!“
Ulrike ſah ihn mit einem langen liebevollen Blicke an. Ihre Lippen öffneten ſich halb, als hätte auch ſie
etwas auszuſprechen. Ehe ſie dazu kam, begann Fried⸗
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rich zu erzählen.
„Ich muß“, ſagte er,„um Dir Alles erklären zu können, etwas weit in meine Jugendjahre zurückgreifen. Du weißt vielleicht aus frühern Erzählungen, daß ich meine Kindheit in einem kleinen Marktflecken verlebte, wo mein Vater damals ein untergeordnetes Amt bekleidete. Der Flecken lag hübſch am Abhange eines ſanft anſteigenden Hügels. Ein kleiner Fluß be⸗ ſpült deſſen Fuß, die Höhe aber deckt ein kleines, ſehr freundliches Schloß. Das Schloß war Eigenthum einer alten adligen Familie, deren letzter Abkömmling ſich mit den Trümmern eines vergeudeten Vermögens dahin geflüchtet hatte und nun dort in etwas menſchenſcheuer Zurückgezogenheit der Erziehung ſeiner beiden Kinder, eines Knaben von meinem Alter und eines etwas


