Teil eines Werkes 
2. Band (1869)
Entstehung
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denen ſich Manche geſellt hatten, welche ihm in dienſt⸗ licher Beziehung nunmehr näher gerückt waren. Alles war fröhlich geſtimmt, und als gegen das Ende der Tafel der Champagner zu wirken begann, flogen Scherz und Gelächter wie elektriſche Funken um den Tiſch. Gleichwohl lag auf der ganzen Verſammlung ein ge⸗ wiſſer unheimlicher Druck, durch die Heiterkeit bebte etwas wie ein verſtimmender Mißton. Selbſt die Stimmung der Braut ſchien von dieſen geheimen Ein⸗ flüſſen beengt. Sie war blaſſer als gewöhnlich und ſah in dem weißen Gewande, den Schleier mit dem Kranze in den dunklen Haaren, ungemein reizend aus, nur ein leichtes, aber unverkennbares Wölkchen ſchwebte

auf der Stirn. Auch die Mutter, die alte Frau Rä⸗

thin, vermochte nicht aus der Beklommenheit loszu⸗

kommen. Sie gedachte im Stillen des Tages, wo ſie

ſelber mit dem Manne ihrer Wahl ſo zuſammenſaß, der nun ſchon ſo lange in der Grube lag. Dann dachte ſie, ſchwankend zwiſchen Hoffnung und Beſorgniß, wieder an all das Glück und die Auszeichnung, die dem Sohne zu Theil geworden und noch zu Theil werden würde und die jener nicht mehr erlebt hatte, und ſo ſchwamm ihr Herz von einem Strom der Rührung in den andern und vermochte nicht einen ſichern Freudengrund feſtzuhalten.

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