halten, dann trat er einen Schritt zurück und ließ den Prügel fallen; als aber das Mädchen mit ſtarr vorge⸗ ſtreckten Armen in die Ecke zeigte, wo ſie die Mutter zu ſehen vermeinte, da ſträubte ſich ihm das Haar, klirrend ließ er den Leuchter aus der bebenden Hand fallen und ſtürzte hinaus.„Warte nur, du Schand⸗ balg“, ſchalt er vor der Thür vor ſich hin,„die Zeit wird ja auch noch kommen, dich los zu werden.“
Die weggeworfene Kerze erloſch qualmend, tief dun⸗ kel war es in der Küche, auch die Herdglut war bei⸗ nahe ganz in Aſche erſtorben, kein Laut regte ſich als der Athemzug Mariens, bie bald wieder völlig gleich⸗ gültig ihren alten Platz eingenommen hatte.
Nach geraumer Zeit tönte der leiſe, vorſichtig an⸗ gehaltene Ruf„Marie!“ durch die Stille. Marie hob die müden Augen, da ſie aber Niemand erblickte, ſchloß ſie dieſelben wieder.
„Marie“, rief es von neuem,„erſchrick nicht. Ich bin hier oben im Kamin. Der Martin iſt's.“
Während das Mädchen ſich halb erhob und nach dem Kamine hinſah, ſchwang ſich ein Mann aus dem⸗ ſelben auf den Herd herunter und ſtand bald vor der Ueberraſchten. Es war Huber, von der abenteuerlichen Fahrt mit Ruß bedeckt.
„Wie kommſt Du nur hierher?“ fragte Marie.


