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rief Riedl.„Aber wie iſt es mit der Ausdauer be⸗ ſchaffen, zumal bei einem ſo lenkſamen Charakter, wie der ſeine geſchildert wird? Glaube mir, früh oder ſpät wird er ſich ſeiner Gewalt bewußt werden und der Verſuchung, ſie ganz zu gebrauchen, nicht widerſtehen. Blättere die Geſchichte durch und zähle die Fürſten, die dieſer Verſuchung widerſtanden, die nur um des Volkes willen da ſein wollten, Du findeſt nicht zehn unter Hunderten. Es iſt nicht anders. Der Herzog iſt noch ſehr jung, Du biſt wenig älter und von Träu⸗ merei nicht frei— es iſt nichts als eine romantiſche Poetengrille, die in Euch beiden gährt. Ihr wollt durchaus eine neue verbeſſerte Auflage von Carlos und Poſa ſein—“ „Spotte nicht!“ unterbruch ihn Friedrich.„Ich ſehe nun ſelbſt ein, daß wir für eine Zeit lang nicht mehr recht zuſammenpaſſen dürften. Reiſe denn und ſei gewiß, daß Du mich unverändert finden wirſt.“ „Junge“, rief Riedl, indem er Friedrich bei beiden Händen faßte,„thue mir das nicht zu Leide! Noch iſt's zu ändern. Nimm Deine Zuſage zurück. Hilf nicht Verſuche machen an einem Kranken, der Dir ja ſo lieb iſt wie mir.“ „Nein“, rief Friedrich,„ich bin entſchloſſen. Ich kann und will nicht mehr zurück.“


