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„Beſinne Dich doch“, bat Riedl beinahe weich,„es iſt gewiß Dein Unglück, wenn Du mir nicht folgſt. Glaube mir, Mütze und Krone vertragen ſich nicht!“
„Es bleibt bei meinem Wort.“
„So lebe wohl. Ich hoffe Dich wiederzuſehen. Sollteſt Du einſt in der Lage ſein, eines Freundes zu bedürfen, ſo erinnere Dich meiner.“.
Mit raſchem Gruße gegen die übrigen Anweſenden eilte Riedl hinweg.
Friedrich ſah ihm einen Augenblick nach, dann wandte er ſich zu ſeiner Mutter.„Habe ich nicht recht gethan, Mutter?“ fragte er.„Sagen Sie mir, was Sie denken!“
„Ich kann Dir's nicht verhehlen, mein Sohn“, ant⸗ wortete die alte Frau,„daß ich von der augenblick⸗ lichen Aufwallung eitler Freude, die mich bei der Nach⸗ richt von Deiner Erhöhung überkam, bereits ziemlich abgekühlt bin. Daran iſt aber nicht das Geſchrei die⸗ ſes Unglücksvogels ſchuld, auf das ich nicht viel gebe. Mich beunruhigt die alte und lang erprobte Ueber⸗ zeugung, daß das Leben in den hohen Kreiſen, zwiſchen welche Du nun geſtellt biſt, ein vielfach beunruhigtes, eitles und dem Glück meiſt fremdes iſt. Eine Mutter aber möchte ihr Kind vor allem glücklich wiſſen. Doch was kann ich dagegen thun? Folge denn Deinem
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