Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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Ich bleibe Dein Freund, ſolange ich lebe, ant⸗ wortete Riedl,aber der weitere Umgang würde nur zu Erbitterung und Entfremdung führen. Ich könnte mich nicht verurtheilen, meine Ueberzeugung zu ver⸗ ſchweigen, alſo brechen wir lieber ab. Ich werde eine große Reiſe unternehmen.

Welcher Eigenſinn! rief Friedrich entgegen.Du kennſt mich doch und weißt, daß ich das Gute will! Kannſt Du Dich nun nicht an die Idee gewöhnen, daß es auf andere Art gewollt wird, als Du ſie Dir denkſt?

Ich verdiene den Vorwurf des Eigenſinns nicht, entgegnete Riedl.Eben weil ich Dich und Deinen redlichen Willen kenne, erbittert mich das nur um ſo mehr, weil ich vorausweiß, daß auch Deine ſchöne Kraft an dieſem Unternehmen, einem falſchen Götzen geopfert, vergebens aufgewendet ſein wird.

Und warum ſollte nicht auch gelingen können, was ich vorhabe? fragte Friedrich mit vollem Baiiße bewußtſein.

Weil Du eine Unmöglichkeit vorhaſt, ergegnet Riedl kalt.Du kennſt ja meine Anſichten hierüber längſt. Wie wir über den Beruf und die Aufgabe des Volks nicht übereinſtimmen, treffen wir auch über Auf⸗ gabe und Beruf der Fürſten nicht zuſammen. Ich

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