Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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als Ulrike mit jeder Viertelſtunde Friedrich's Heimkehr erwarteten. Die Räthin hatte ſich in das alte Ka⸗ napee geſetzt, welches ſich längs der Hauptwand des Zimmers unter den alten Familienbildern hinzog, Ul⸗ rike dagegen mit der Ungeduld der Jugend den ge⸗ wöhnlichen Platz der Räthin am Fenſter eingenommen, um von dort den Hofraum und die Eingangsthür überſehen zu können.

Wenn ich nicht irre, unterbrach Ulrike das einen Augenblick eingetretene Schweigen,ſo nimmt das Ge⸗ töſe und das Schießen ab. Vermuthlich iſt irgend eine Entſcheidung eingetreten, da wird Friedrich wohl bald kommen. Meinen Sie nicht auch?

Ach, ich meine heute gar nichts mehr! rief die Räthin entgegen.Ich bin ärgerlich, ſo ärgerlich, wie ich es lange nicht geweſen bin. Einmal bin ich's, weil ich in meinen alten Tagen noch ſolche Dinge erleben muß, und dann wieder, daß Ihr Eintritt in unſer Haus dadurch ſo verdorben wurde! Am meiſten aber bin ich ärgerlich über meinen Sohn, daß er ſich von ſolchem Treiben nicht fern hält. Es ahnt mir, daß das noch ſein Unglück iſt!

Sie haben nicht Unrecht, liebe Mutter! erwiderte Ulrike.Auch mir wäre es erwünſcht geweſen, wenn wir den heutigen Abend als den erſten im Hauſe meines