Der Herzog ſtand mit übereinander geſchlagenen Armen ſtill und ſah unſchlüſſig vor ſich hin.
Als er eine Bewegung machte und die Augen er⸗ hob, fiel ſein Blick auf Primitiva, die von allen un⸗ beachtet in der Tiefe des Gemachs ſtand. Tief ergriffen von dem unmeßbaren Gewichte der Entſcheidung, die ſich vor ihren Augen vorbereitete, hatte ſie wie athem⸗ los gelauſcht. Die Hände wie unwillkürlich über der Bruſt gefaltet, ſtand ſie, ganz Seele und Empfin⸗ dung, hoch aufgerichtet und doch demüthig, wie ein für⸗ bittender Engel da. Sie durfte nicht wagen, ſich in die Unterredung zu miſchen, aber in dem Augenblick, wo des Herzogs Blick ſie traf, bewegte ſie das Haupt zu leiſer Verneinung.
Ueberraſcht und geſpannt blieb des Herzogs Auge auf der gewinnenden Erſcheinung haften.
Da flog die Thür auf und Adjutant Schroffenſtein ſtürmte herein.
„Verzeihung, Durchlaucht“, rief er,„daß ich auf ſolche Weiſe eintrete. Die Rebellion hat ihren Gipfel erreicht.“
„Was iſt geſchehen?“ fragten die Anweſenden wie aus einem Munde.
„Hören Sie das Geſchrei nicht? Die ganze Stadt iſt in Bewegung. Der Erbprinz ſoll hier ſein, er


