„Meinen Sie?“ fragte der Herzog kurz.„Ich zweifle daran und darum wünſche ich, daß er hier wäre, damit in meinem Rath die Milde doch auch eine Stimme hätte!“
„Was Felix Dir ſagen könnte, mein Sohn“, begann die Fürſtin mit erhöhtem Ernſte,„wäre die Meinung eines Jünglings, der unerfahren iſt in Staatsgeſchäften. Könnteſt Du darauf ein Gewicht legen, dem Worte ge⸗ wiegter, erprobter Rathgeber gegenüber? Befolge den Rath heilſamer Strenge, es iſt auch der meinige!“
Der Herzog war, wie es ſeine Gewohnheit war, mit ſtarken Schritten auf und ab gegangen. Jetzt hielt er wie überraſcht inne.„Wie, auch Sie, meine Mutter, rathen mir das?“ rief er.„O, wenn ich jetzt nur einen einzigen Blick in die Zukunft thun könnte!“
„Wozu das? Beherrſche die Gegenwart und die Zu⸗ kunft iſt Dein!“ antwortete die Herzogin.
„Geben mir Durchlaucht den Befehl, mit allen Mitteln zum Angriff zu ſchreiten“, bat Bauer,„und ich bürge mit meinem Kopfe, daß ich die Ruhe noch vor Sonnenaufgang hergeſtellt haben werde!“
„Geben Durchlaucht den Befehl!“ fügte Schroffen⸗ ſtein hinzu.
„Thu', wie ſie ſagen“, mahnte die Herzogin.„Gib den Befehl.“


