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liebten zu, die neben ihm ſitzende Mutter drückte ihm die Hand, Riedl aber ergriff ſein Glas, das eben zum Nachtiſch mit Rüdesheimer gefüllt worden, und rief: „Alte Gebräuche muß man ehren, wenn ſie gut ſind! Auf das Glück des Brautpaars!“
Harmoniſch klangen die Gläſer an einander— da dröhnte durch die Luft ein tiefer, ſtarker, weit ſchallen⸗ der Ton, wie wenn mit einem Hammer an eine Glocke geſchlagen würde. Alle erbleichten— ein zweiter ſtär⸗ kerer Schlag— alle ſetzten erſchreckt die Gläſer nieder, ohne ſie berührt zu haben; noch ehe Jemand Worte fand, erſcholl ein dritter Schlag, noch lauter dröhnend als die erſten; in immer kürzern Pauſen folgten meh⸗ rere immer ſchneller, immer dringender, immer gellender auf einander.
„Heiliger Gott“, rief Friedrich aufſpringend,„das iſt Sturm!“
„Wahrhaftig“, ſagte Riedl kaltblütig,„es klingt ſo! Sollte es ſchon zu etwas gekommen ſein? Laſſen Sie uns horchen.“
Während einer ſekundenlangen athemloſen Stille hörte man von fern den Schall wilder, kreiſchender Stimmen herüberklingen.
„Es iſt bei Gott Ernſt“, ſagte Riedl;„das ſind Ele⸗ mente, aus denen eine Schlachtſymphonie werden kann.“


