Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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ich habe unwiderlegliche Proben davon— wirklich mit Neigung zugethan. Er hörte meinen Auseinander⸗ ſetzungen mit Intereſſe und Wärme zu und ich bin überzeugt, daß manches meiner Worte unvergeſſen in ſeiner Seele liegt und ſeiner Zeit Frucht zu tragen nicht verfehlen wird.“

„Iſt es möglich?“ rief Riedl.„Hat die dazwiſchen 4 liegende Zeit Dich von Deinen Phantaſien nicht zu

heilen vermocht? Die Herzen der Fürſten ſind Marmor und müſſen es ſein, denn ein Herz in der Bruſt würde ſie zwingen, vom Thron herabzuſteigen. Die ganze

Erziehung von Fürſtenkindern geht offen oder auf Um⸗

wegen darauf hinaus, allen weichern fruchtbaren Bo⸗ den, in welchem ein anderes Samenkorn als das des Egoismus etwa wurzeln könnte, zu vernichten, und darum wird und muß es Dir gehen wie dem Sämann, der auf Felſen ſäet.“

Die Räthin hatte bisher ſtill, aber mit Theilnahme zugehört. Die letzte Bemerkung Riedl's entriß ihr einen Laut des Unwillens..

„Thun Sie das doch nicht, Herr Riedl!“ ſagte ſie. „Ich kann es nicht hören, daß ſo von der höchſten Obrigkeit, von den Fürſten geſprochen wird; ſie ſind an Gottes Statt und von ihm eingeſetzt.“

„Es thut mir leid“, antwortete Riedl,„wenn ich