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kurz; als Friedrich ihm Ulrike als ſeine Braut vor⸗ ſtellte, bot er ihr herzlich die Hand.„Ich darf mich rühmen, ein Freund Ihres künftigen Gatten zu ſein“, ſagte er,„laſſen Sie mich darin ein Anrecht auf Ihre Gewogenheit finden.“
Ulrike dankte mit feinem Anſtande.
„Laſſen Sie es meine Sache ſein, mein Herr“, er⸗ widerte ſie,„um Ihre Freundſchaft zu bitten. Niemand weiß beſſer als ich, welch ein Schatz ein echter Freund iſt, zumal in Zeiten wie die unſerigen.“
„Da ſtimm' ich bei“, fügte die Räthin hinzu;„der Verſtand hat das Uebergewicht bekommen, es gibt we⸗ nig Herzen mehr und darum wenig Freunde. Was man heutzutage ſo nennt, iſt meiſtens nur eine ge⸗ machte und deshalb nicht haltbare Sache.“
„Ich bin überzeugt, Frau Räthin“, ſagte Riedl mit einem Lächeln, welches das Gegentheil davon auszu⸗ drücken ſchien,„daß Sie mit dieſer harten Bemerkung nicht auf mich und mein langjähriges erprobtes Ver⸗ hältniß zu Ihrem Sohne anſpielen wollen. Gleich⸗ wohl“ fuhr er fort, während die Geſellſchaft am Tiſche Platz nahm,„muß ich Ihren alten Vorwurf gegen mich auch heute rechtfertigen und in Streit mit Ihnen ge⸗ rathen.“
„Sie ſind wieder einmal nicht mit mir einverſtan⸗


