Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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wahr, und Du wirſt Dich auch noch überzeugen, daß ich Dir nicht ohne Grund von dem Umgang mit dieſem Menſchen abgerathen habe. Man darf ihn nur anſehen! Die kleinen grauen, ſtechenden Augen und der rothe Bart das Sprichwort hat recht, in dem ſteckt ſelten eine gute Art.

Ulrike ergriff den Arm der Mutter und beſchwich⸗ tigte ſie endlich. Friedrich ging beiden in den Garten voraus, von wo ihnen der verwünſchte Riedl mit kur⸗ zem Gruße entgegenkam. Wer ihn zuerſt ſah, konnte allerdings den Unwillen und die inſtinktmäßige Abnei⸗ gung der Räthin in etwas begreiflich finden, denn Riedl war von auffallender Häßlichkeit. Das hagere, blaſſe, mit Sommerſproſſen überdeckte Geſicht war ganz in dem rothen Haarwuchs verſteckt, der Kopf, Kinn und Wangen überwucherte. Unter großen buſchigen Augen⸗ brauen von gleicher Farbe blitzten ein paar blaßblaue, liſtig umherſpähende Augen und die ſchmalen, einge⸗ kniffenen, blutleeren Lippen gaben den Zügen einen unangenehmen, höhniſchen Ausdruck. Erſt wenn man durch längeres Beſchauen mit der ganzen Erſcheinung vertrauter geworden war, ſah man, daß auf der hohen Stirn klare Verſtändigkeit, in dem ruhigen Glanze des Auges durchdringender Geiſt lag.

Die Räthin erwiderte Riedl's Gruß etwas ſteif und