aber er verſprach mir, Nachricht aus der Stadt zu bringen, und ich habe auch Anderes mit ihm zu be⸗ reden.“
„Von wem ſprichſt Du?“
„Nun, errathen Sie es nicht? Von Ihrer politi⸗ ſchen Antipathie!“
„Doch nicht von Deinem verwünſchten Riedl? Ich will nicht hoffen—“
„Allerdings, der verwünſchte Riedl wird zu Tiſche kommen, aber er iſt ſo ſchlimm nicht, als Sie ihn machen, Mutter!“
„Nein, nein, ich mach' ihn um kein Härchen ſchlim⸗ mer, als er ſich gibt. Er iſt ein herzloſer Menſch und hat vor Gott und der Welt keinen Reſpekt!“
Der Ton der Hausglocke unterbrach die Eifernde. Man ſah einen großen, hagern Mann im dunklen Ueber⸗ rocke und breitkrempigen Hut durch den Hofraum auf das Haus zukommen.
„Da iſt er ſchon!“ fuhr die Räthin fort.„Ich muß mich wirklich zuſammennehmen, daß ich ihm nicht un⸗ freundlich begegne!“
„Thun Sie es mir oder doch Ulrike und dem heu⸗ tigen Tage zu Liebe!“ fügte Friedrich bei.
„Nun, ich werde wohl“, rief jene wieder, indem ſich alle zum Gehen anſchickten.„Aber wahr bleibt


