Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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Die Klingel des Hofthors unterbrach das Geſpräch. Beinahe gleichzeitig eilte die Räthin haſtig herein.

Das iſt mein Sohn, rief ſie,das iſt Friedrich! Geh' Er hinab, Joſeph, und mach' Er die Thür auf. Aber daß Er mir ja nichts von unſerm Gaſte da mer⸗ ken läßt! Hört Er's, Er alte Kinderklapper? Wir wol⸗ len ihn überraſchen!

Der Alte eilte hinweg und die Räthin drängte Ul⸗ rike haſtig zur Seitenthür.Da hinein, ſagte ſie, nes iſt Friedrich's Studirzimmer. Da warten Sie, bis ich Ihnen ein Zeichen gebe und verderben Sie ja meine Freude nicht! Ulrike gehorchte mit hochklopfen⸗ dem Herzen und die Thür fiel zu, als gerade auf dem Gange der haſtige Tritt eines Mannes hörbar wurde.

Der erſte Blick auf den eintretenden Sohn zeigte der Räthin, daß er in nicht angenehmer Stimmung heimkam. Bei der außerordentlichen zärtlichen Liebe, die ſie zu ihrem Einzigen trug, reichte die Wahrneh⸗ mung eines Wölkchens auf ſeiner Stirn hin, ſie be⸗ ſorgt und deſſen, was ſie vorhatte, faſt vergeſſen zu machen. Sie erwiderte ſeinen kurzen, aber herzlichen Gruß mit der halb ängſtlichen Frage:Du kommſt früher als gewöhnlich, mein Sohn, haſt Du Deine Vorleſung heute ſo bald beendigt?

Ja, antwortete Friedrich,ungewöhnlich bald, denn