Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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Damit waren die Beiden am Ende des langen und

breiten Ganges und vor der Thür des Wohnzimmers angekommen. Die Räthin öffnete und langte ſogleich mit der einen Hand in das am Thürgerüſte hängende Weihwaſſerkeſſelchen.

In Gottes Namen, ſagte ſie, indem ſie Ulrike mit einigen Tropfen beſprengte und ihr mit dem Dau⸗ men das Kreuzzeichen auf die Stirn ſchrieb.Lachen Sie mich nicht aus, ich bin eben noch von der alten Welt und habe meinen alten Glauben lieb. Seien Sie mir denn herzlich willkommen, meine liebe Tochter, und Gott ſegne ihren Eingang.

Die einfache Weiſe der guten Frau hatte Ulrike, obwohl ihr anfangs ein Lächeln um die Lippen ſchwebte, ſo ergriffen, daß ſie ihr gerührt in die Arme ſank.Ja, ſeien Sie mir Mutter ich bin ja nie ſo glücklich ge⸗

weſen, eine zu haben! rief ſie aus, indem ihr raſche

Thränen über die blühenden Wangen rollten.

Das will ich auch ſein, mein Herzchen, erwiderte begütigend die Räthin,aber weinen Sie darum nicht! Ich weiß wohl, was Sie meinen, denn mein Sohn hat

mir Alles erzählt. Aber jetzt wollen wir an nichts

Trauriges denken. Friedrich muß bald kommen, er ſoll nicht gleich Thränenſpuren in Ihren ſchönen Augen

ſehen. Kommen Sie fuhr ſie fort, indem ſie ihr die

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