Teil eines Werkes 
1. Band (1869)
Entstehung
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reizende Oval des Kopfes war von einer Fülle brau⸗ nen Haares umgeben, das in reichen natürlichen Locken um das Geſicht hing und dazu diente, die bräunliche, mit feinem, durchſichtigem Roth überhauchte Farbe des letztern zu heben. Der kleine, fein geſchnittene Mund und das mit eigenthümlichem Reize gerundete Kinn gaben dem Geſichte einen faſt kinderhaft lieblichen Aus⸗ druck; in den großen blauen Augen aber, die unter der fein gewölbten Stirn und den langen, ſanft geſenkten

Wimpern auftauchten, leuchtete es wie von Funken einer verborgenen, tief im Grunde ſchlafenden Glut. Ein leichtes rothſeidenes Umſchlagetuch, das über den Nacken hinabgeglitten war und ein feiner, mit einem Gewinde von künſtlichem Immergrün umflochtener Stroh⸗ hut, den ſie in der Hand trug, rundeten den Eindruck der ganzen Erſcheinung wohlgefällig ab.

Die ältliche Frau war ihr an den Wagen entgegen⸗ geeilt und bot ihr freundlich die Hand.Seien Sie mir herzlich willkommen! rief ſie mit unverkennbarer und unverhohlener Freude.Ich frage nicht, ob Sie die ſind, die wir in unſerm ſtillen Hauſe erwarten. Sie müſſen es ſein, denn mein Friedrich hat mir Ihr Bild ſo oft vorgemalt, daß ich Sie unter Hunderten erkannt haben wollte. Aber kommen Sie doch herauf in die Stube, liebes Fräulein. Sie werden müde ſein von

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