Teil eines Werkes 
5. Band (1874)
Entstehung
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noch iſt ſie nicht reif, ausgeſprochen zu werden; ſie ſoll mit mir in die Gruft hinabſteigen. Ich ſehe voraus, die Frage wird nicht ruhen, wird immer und immer geſtellt werden, aber ich weiß auch, einer mei⸗ ner Nachfolger wird der Mann ſein, ſie zu beant⸗ worten.

Seckendorf trat ein, mit ihm ſchreckensbleichen An⸗ geſichts der Kurprinz.

Erſchrick nicht, mein Sohn, ſagte der Kaiſer, mit mir neigt es ſich zum Ende. Weine nicht und ſieh an mir, wie raſch die Hoheit und Herrlichkeit der Erde zu Ende geht! Kniee nieder zu meinen Füßen, damit Du mich beſſer höreſt das Sprechen wird mir

ſchwer. Obwohl noch ſo jung, wirſt Du nach mir den⸗

Kurhut Baierns tragen, darum vernimm, was ich Dir mitgebe als väterlichen Rath! Zum letzten Mal übe ich meine kaiſerliche Machtvollkommenheit und mache Dich großjährig. Uebe Gnade, mein Sohn! Sei ein milder Herrſcher! Ehre Dein Volk, danke ihm für ſeine Liebe und Treue dadurch, daß Du es glücklich machſt, ach, glücklicher, als es mir zu machen vergönnt war! Es werden neue Zeiten kommen: mach' Dich bereit, dieſe neuen Zeiten zu erfaſſen! Stütze Dich nicht auf das Schwert, es wird ſtumpf! Vertraue nicht auf den Krummſtab, er zerbricht. Verlaſſe Dich nicht auf den