164 und hatte ſie beſichtigt.„Da iſt keine Rettung mehr“, ſagte er achſelzuckend.„Das iſt übel abgelaufen. Schweig' Er von dem Vorfall, Schließer, ſo Ihm Sein Dienſt lieb iſt; man muß ſagen, er habe ſich ſelbſt in der Deſperation ein Leid angethan.“ Der Schließer nickte zuſtimmend, und der Leibarzt verließ dann das Gefängniß.„Ich muß darauf denken“, dem Kaiſer einen andern Trank einzuflößen“, ſagte er vor ſich hin,„vielleicht nützt ihm die fromme Täu⸗ ſchung. Das Ganze iſt ja doch nur ein Wahn.“
Am Abend deſſelben Tages war im Garten des Pilgramhauſes eine kleine, aber frohe Geſellſchaft ver⸗ ſammelt. Der erſte Gang Pilgram's nach ſeiner Be⸗ freiung war zu Doctor Grünwald geweſen, um ihm von der überraſchenden glücklichen Wendung ſeines Geſchickes Kenntniß zu geben. Mit Thränen der rein⸗ ſten Freundſchaft hatte der Doctor den Geretteten um⸗ armt und vernahm vom Kanzler Unertl, der mitge⸗ gangen war, um ſeinen Schützling vor allen weiteren Fährlichkeiten zu bewahren und nicht mehr aus den Augen zu laſſen, daß noch am nämlichen Tage die Trauung des Paares ſtattfinden ſollte.
„Man muß ſich ſo was zur Witzigung dienen laſ⸗ ſen“, ſagte der Kanzler.„Ich habe keine Ruhe, bis die beiden Leutchen vollſtändig miteinander verbunden


