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der er das Fläſchchen verborgen hielt. Dennoch war der kräftige, wohlgenährte Schließer dem geſchwächten Gefangenen auf die Dauer überlegen, dieſer fühlte all⸗ mälig ſeine Kraft entweichen und ſah, daß er in dem Kampfe im nächſten Augenblick unterliegen mußte. „Nein, nein!“ ſchrie er, ſich mit der letzten Anſtrengung aufraffend.„Ihr ſollt mich nicht überwältigen, Er ſoll es nicht haben!“ Damit ſchleuderte er das Fläſch⸗ chen an die Wand, daß die Scherben niederklirrten und der koſtbare Saft an den Steinen hernieder⸗ träufelte.
Ein feiner Duft von unſaglichem Arom wehte durch den Kerker.
Gleichzeitig mit dem Wurfe hatte der erbitterte Schließer die Hebelſtange von der Thür geholt und erhoben.„Hund von einem Kerl!“ ſchrie er und ließ ſie auf den Kopf des Falkners niederſchmettern, daß dieſer mit einem dumpfen Laute zu Boden ſtürzte.
„Das iſt der Reſt!“ ſtöhnte er, indem er ſich auf dem blutüberſtrömten Pflaſter ſtreckte.„Was ſchadet's? Es ſind nur ein paar Tage, um die er dem Scharf⸗ richter vorgegriffen hat. Aber ich habe meine Rache erreicht! Jetzt kommt doch der Feierabend“, ſagte er röchelnd und verſchied.
Beſtürzt war der Leibarzt vor die Leiche getreten . 11*


