455
mäuschenſtill halten. Ja, es iſt wahr, es hat den Anſchein, daß man meine Geheimniſſe entdeckt hat, der Teufel muß an jenem Morgen ſein Spiel gehabt ha⸗ ben mit der Botſchaft durch den Salzburger Bauer, aber die liebwerthe Jungfer wird wohl noch wiſſen, wer mich auf die Mainbrücke geſchickt hat und vor allem, bei wem ich mich für den Geheimſchlüſſel zu der Zeichenſchrift zu bedanken habe?“
Die Stauberin erbleichte und wankte.
„Ich ſehe, die liebwertheſte Jungfer verſteht mich“, ſagte Duſchl hohnlachend.„Sie wird alſo Niemand herbeirufen, und wenn Sie auch Ihr Wort b icht und nicht mit mir geht, ſo wird Sie doch einſehen, daß ich nur mit meinem Erſparten bitter hart hauſen würde, und wird mir eine Unterſtützung und Wegzehrung nicht abſchlagen. Ich weiß, die Jungfer hat ein net⸗ tes Säckchen aufbewahrt mit lauter echten Kremnitzer Dukaten. Dort iſt das Zimmer der Jungfer; wenn Sie nicht will, daß ich bleibe, daß ich die ganze Geſchichte in Scherben werfe und mich ſelbſt angebe und Sie mit, ſo geht die liebwerthe Jungfer in das Zimmer, holt das Säckchen und bringt es mir.“
Die Stauberin ſtand einen Augenblick rathlos, dann ſprühten Haß und Wuth unter ihren finſtern Augenbrauen hervor, ſie eilte in das Zimmer und
*


