Teil eines Werkes 
5. Band (1874)
Entstehung
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ich Sie auf jedem Schritt und Tritt ab, um allein mit Ihr zu reden, aber ich konnt' Ihr nie nahe kom⸗ men, ohne daß irgend ein Aufpaſſer in der Nähe war.“

„Er iſt's?“ ſtammelte endlich die Stauberin. „Und heimlich ſucht Er mich auf? In einem ſolchen Aufzug? Iſt Er denn nicht mehr Oberkammerdiener? Iſt Er denn nicht vom Kaiſer mit einem geheimen Brief nach München geſchickt worden?“

„Ich bin's ſchon“, antwortete Duſchl,„aber mit der Kammerdienerei iſt's aus. Freilich bin ich mit einem geheimen Brief an den Kanzler Unertl nach München geſchickt worden, aber ich bin nicht der Narr geweſen, ihn abzugeben. Die Heimlichkeit mit dem Brief iſt mir verdächtig vorgekommen. Ich hab' es alſo gemacht wie der Schmied, der ein glühendes Eiſen aus den Kohlen heraus haben will und dazu nicht die eigene Hand, ſondern eine lange Zange braucht. Ich habe einen Soldaten, der zum Krüppel geſchoſſen war und mich anbettelte, mit einem Dukaten dazu gebracht, den Brief ſtatt meiner dem Kanzler zu übergeben, während ich mich in der Nähe verſteckte, um abzuwarten, wie die Komödie ausgehen werde. Da ſah ich's bald, wie der Burſch von ein paar handfeſten Trabanten ge⸗ packt und eingeſteckt wurde; es muß alſo in dem Brief geſtanden haben, man ſoll den Ueberbringer hinter