Teil eines Werkes 
5. Band (1874)
Entstehung
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und vor den Zahlen herumtanzten, mit denen ſie gezeichnet waren. Ein leiſer ſchlürfender Tritt, der über die nahe Treppe heraufkam, erweckte ſie daraus. Sie wandte ſich und gewahrte einen Laienbruder von den ſchwar⸗ zen Franziskanern, der altersgebückt in langem weißem Barte herankam und ſich ihr mit demüthig frommem Gruße näherte; ſie wunderte ſich wohl, wie der Bru⸗ der den Weg über dieſe Treppe gefunden, die nur dem vertrauteren Hausgeſinde gangbar war, aber ehe ſie ihn zurechtweiſen konnte, hatte er ſie ſchon angeſpro⸗ chen und ſie um ein Almoſen gebeten, um Meſſen leſen zu laſſen für eine arme hülfloſe Seele, die im Feg⸗ feuer ſchmachte.

Sie langte in die Taſche und zog ein großes Silberſtück hervor.„Da hat Er etwas“, ſagte ſie, aber bet' Er auch ein paar Vaterunſer und mach' Er's kräftig; ich kenn' auch eine arme Seel', die ſchon auf dieſer Welt im Fegfeuer ſitzt!“

Der Mönch nahm das Geldſtück, aber er faßte zugleich die Hand der Erſchreckenden und ließ ſie nicht mehr los.„Sei die Jungfer ſtill und erſchreck Sie nicht“, ſagte er,„die arme Seel, von der Sie redet, kann ich ſelber erlöſen— ich bin's, Ihr Bräutigam. Schon ſeit dem Einzug“, fuhr er fort, da ſie vor Be⸗ troffenheit weder ſprechen noch ſich regen konnte,„paſſe