„Wenn Du gar ſo ſehr an Deinen Kühen und Bergen hängſt, ſo hätteſt Du Dich nicht als Kehrerin an den Hof verdingen ſollen.“
„So?“ ſagte das Mädchen gelaſſen, indem ſie zugleich einen letzten prüfenden Blick auf die vollbrachte
Arbeit und den Schmuck des Saales warf.„Will
mir's merken für ein anders Mal. Was aber das Verdingen angeht, ſo hab' ich meine Schuldigkeit als Kehrerin noch allemal gethan, da wird's nicht ſo weit
gfehlt ſein, meinet' ich, wenn ich die Sennerin net
vergeſſen kann! Ich will's auch gar net vergeſſen, daß es die Jungfer nur weiß! Zuwegen was ſollt' ich's auch thun! Ich bleib' net meiner Lebtag da; noch ein halb's Jahr'l, und wenn wieder der Auswärts(Frühling) kommt, dann laſſ' ich Beſen Beſen ſein und geh' wie⸗ der heim in meine Berg'!“
„Da wundert mich nur, daß Du noch ſo lang warten willſt, bis Du wieder zu Deinen Melkkübeln kommſt! Was thuſt Du denn nachher in Deinen Ber⸗ gen, daß es Dich gar ſo zieht?“ fragte die Stauberin höhniſch.
„Was ich thun werd'?“ erwiderte Mirl mit einer Verſchämtheit, die ihr bei der derben und rüſtigen Art ihres Weſens doppelt gut ließ.„Ha, Narr, das iſt eine dalkete Frage. Heirathen will ich! Und das von


