geben und mit Moos bewachſen, wie die uͤbrigen alternden Baͤume des Wal⸗ des. Es iſt etwas ganz Unerhoͤrtes; es iſt ein offenbares Wunder.“
Auf den Laͤrmen, den die Maͤnner machten, kam Herr von Wahlheim her⸗ bei, der kaum zwei hundert Schritte davon noch mit Muſterung der Baͤume und Austheilung des Holzes beſchaͤftigt war. Er nahm das Bild in die Hand und betrachtete es.„Wirklich, ſprach er, es iſt ſehr ſchoͤn; ich moͤchte faſt ſagen, ein Meiſterſtuͤck! Das blaſſe, wehmuͤthige Angeſicht und der ruͤhrende Blick zum Himmel ſind unvergleichlich; auch das ſanftrothe Gewand und der Faltenwurf des dunkelblauen Mantels ſind vortrefflich gemalt. Indeß iſt es leicht zu begreifen, wie das ſchoͤne Bild in den Baum kam. Irgend ein from⸗ mer Menſch ſchnitt eine Vertiefung in den Stamm, und that es hinein. Die Rinde iſt dann nach und nach, wie es bei dieſen Baͤumen zu geſchehen pflegt, wieder daruͤber hergewachſen, und hat das Bild ſo in den Baum eingeſchloſſen.“
Allein ploͤtzlich erblaßte Herr von Wahlheim; ſeine Hand, mit der er das


