— 110—
theilung ſelbſt zugegen ſeyn, damit das Holz mit Nutzen geſchlagen wuͤrde. Auch wollte er ſich mit eigenen Augen uͤber⸗ zeugen, daß jeder Duͤrftige ſeinen Antheil richtig bekomme. Er hatte die Hausvaͤ⸗ ter dahin beſtellt, und ſchenkte bald die⸗ ſem, bald jenem einen Baum. Theo⸗ dore war anſtatt ihres Bruders gekom⸗ men. Der Ordnung gemaͤß, nach der Herr von Wahlheim die Baͤume ver⸗ theilte, traf der Baum, an dem er jetzt ſtand, ihren Bruder. Sie trat naͤher und ſagte, der gnaͤdige Herr wol⸗ le verzeihen, daß ihr Bruder nicht ſelbſt er ſey krank und koͤnne das nicht verlaſſen. Herr von Wahl⸗ heim dachte nichts weniger, als daß die alternde, duͤrftig gekleidete Frau ſeine Mutter ſey; eben ſo wenig ſiel ihr es ein, der gnaͤdige Herr, der ſchoͤn und bluͤhend wie das Leben, in einem feinen lichtbraunen Kleide, mit einem Dia⸗ mantringe am Finger, vor ihr ſtand, ſey ihr Sohn. Er hatte, ohne ſie zu kennen, herzliches Mitleid mit ihr, und ſchenkte ihr den Baum. Der Foͤrſter machte Einwendungen. „Fuͤr die große, ſchoͤne Buche iſt es


