Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1834) Das Täubchen / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 81—

Wir kennen ja den Zug des Waſſers. Dort unten auf dem Kiesgrunde, wo der große Weidenbaum ſteht, wirft es ihn ſicher wieder aus.“

Die Mutter ſchauderte uͤber dieſe Rede zuſammen, kehrte troſtlos in ihre Huͤtte zuruͤck, und durchwachte und durchweinte da einſam die Nacht. So⸗ bald ſich die Morgenhelle zeigte, eilte ſte an den Fluß, die Leiche ihres ge⸗ liebten Kindes vielleicht dort zu finden. Ja, mehrere Tage, mehrere Wochen

ging ſie alle Morgen und Abende mit

erſchrockenem Herzen dahin, und wan⸗

V derte jammernd am Strome bald auf⸗ waͤrts, bald abwaͤrts. Die Fiſcher,

die in der Morgendaͤmmerung auf dem Fluſſe an ihr Tagwerk fuhren, oder am ſpaͤten Abende davon zuruͤck kehr⸗ ten, ſahen ſie oft ſo wandeln und die Hände mehrmals zum Himmel erheben,

und wurden alle herzlich betruͤbt.