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Der Vater ſagte: Reden will ich wohl mit ihr; aber daß ſie den Ring nicht geſtohlen hat, und es alſo auch nicht einbekennen wird, weiß ich ſchon zuvor. Ich will indeß alles ver⸗ ſuchen und ich ſehe es als eine große Gnade an, daß ich mein Kind, wenn es jedoch unſchuldig hingerichtet werden ſollte, zuvor noch einmal ſe⸗ hen darf!“
Der Gerichtsdiener fuͤhrte den alten Mann ſtillſchweigend in Mariens Gefaͤngniß, ſtellte die rauchende Oellampe auf das Maͤuerlein im Ker⸗ ker, auf dem das irdene Schuͤſſelein mit Ma⸗ riens Nachteſſen, und der irdene Waſſerkrug noch unberuͤhrt da ſtanden, ging dann wieder hinaus, und ſchloß die Thuͤre hinter ſich zu.
Marie lag, das Geſicht gegen die Wand gekehrt, auf ihrem Stroh und ſchlummerte ein wenig. Als ſie die Augen oͤffnete, und den duͤ⸗ ſterrorhen Schimmer der Oellampe bemerkte, wandte ſie ſich um— erblickte ihren Vater, that einen lauten Schrey, fuhr, daß ihre Ketten
raſſelten, von ihrem Strohlager auf, und fiel,
halb ohnmaͤchtig, ihrem Vater um den Hals. Er ſetzte ſich mit ihr auf das Stroh, und ſchloß ſie feſt in ſeine Arme. Beyde ſchwiegen lange, und ihre Thraͤnen floßen in einander.
Sodlich fing der Vater an, ſeinem Auftrage gemaͤß zu reden.„Ach Vater, fiel ihm Marie


