Druckschrift 
Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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„ Jakob, fing er an, ich bin zwar als ein ſtrenger Mann bekannt. Aber das werdet Ihr mir doch nicht nachſagen koͤnnen, daß ich in mei⸗ 'nem Leben jemanden mit Wiſſen Unrecht gethan habe. Ich denke, Ihr traut es mir zu, daß ich den Tod Eurer Tochter nicht will. Allein nach allen Umſtaͤnden muß ſie den Diebſtahl begangen haben, und nach den Geſetzen muß ſie ſterben. Die Ausſage der Kammerjungfer bringt die Sa⸗ che zur voͤlligen Gewißheit. Wenn indeß der Ring zum Vorſchein kaͤme, und ſo der Schaden gut gemacht wuͤrde, ſo koͤnnte ſie ihrer Jugend wegen begnadigt werden. Faͤhrt ſie aber fort, ſo hartnaͤckig und boshaft zu laͤugnen, ſo erſetzt die Bosheit, was ihr an Jahren abgeht, und ſie iſt ein Kind des Todes. Geht alſo zu ihr, Jakob; redet ihr zu, den Ring zuruͤck zu geben, und ich gebe Euch die Hand darauf, ſie ſoll dann— aber nur dann, merkt das!— nicht ſterben, ſondern mit einer gelindern Strafe da⸗ von kommen. Ihr ſeyd Vater; Ihr vermoͤgt al⸗ les uͤber ſie! Wenn Ihr nichts aus ihr heraus bringt— was kann man anders denken, als daß Ihr mit ihr einverſtanden ſeyd, und an ihrem Verbrechen Theil genommen habt? Noch ein⸗ mal! wenn der Ring nicht zum Borſchein kommt, ſo geht es nicht gut.“