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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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aber bekenneſt, wo der Ring iſt, ſo ſoll dir nichts weiters mehr geſchehen. Die Schlaͤge ſol⸗ len fuͤr deine Strafe gelten. Du ſollſt mit dei⸗ nem Vater wieder friedlich in deine Wohnung zuruͤck kehren. Bedenke das wohl, und waͤhle — zwiſchen Leben und Tod! Sieh, ich meyne es dir gut. Was wird der geſtohlene Ring dir nuͤtzen, wenn dein Haupt blutend zu deinen Fuͤſ⸗ ſen liegt?—— Marie blieb bey ihrer erſten Ausſage.

Der Richter, der ihre große Liebe zu ihrem Vater bemerkt hatte, fuhr fort:„Wenn du denn verſtockt bleiben, und ſelbſt dein junges Le⸗ ben nicht achten willſt— ſo denke an das graue Haupt deines Vaters! Willſt du es blutend un⸗ ter der Hand des Henkers fallen ſehen? Wer, als er, kann dich beredet haben, ſo hartnaͤckig zu laͤugnen? Meyneſt du nicht, daß es ihm auch den Kopf koſten koͤnnte? Marie erſchrack uͤber dieſe Worte, daß ſie faſt umſank.„Be⸗ kenne, ſagte der Richter, daß du den Ring ge⸗ nommen haſt. Ein Wort, die Linzige Sylbe „Ja!“ kann dein und deines Vaters Leben ret⸗ ten!“

Dieß war fuͤr Marie eine harte Verſuchung. Sie ſchwieg lange ſtill. Es kam ihr wohl der Gedanke, ſie koͤnnte ſagen, ſie habe den Ning genommen, und unterwegs verloren. Allein ſie