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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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— 39— nicht daran. Sie wiederholte ihre Luͤge noch ein⸗ mal mit allen erdichteten Umſtaͤnden ausfuͤhrlich,

und ward dann auf den Wink des Richters wie⸗ der abgefuͤhrt.

„Du biſt ͤberwieſen ſagte der Richter hier⸗ auf zu Marien. Alle Umſtaͤnde ſind gegen dich. Die Kammerjungfer der jungen Graͤfin hat den Ring ſogar in deinen Haͤnden geſehen. Nun ſag an, wo du ihn hingethan haſt.“

Marie blieb darauf, ſie habe ihn nicht. Da ließ der Richter ſie ſchlagen bis aufs Blut. Marie ſchrie, weinte, flehte zu Gott, wieder⸗ holte immer und immer, ſie ſey unſchuldig— allein alles half nichts. Sie wurde grauſam mißhandelt. Blaß, zitternd, blutend wurde ſie endlich wieder in das Gefaͤngniß geworfen. Ihre Wunden ſchmerzten ſie entſetzlich; ſchlaflos lag ſie die halbe Nacht auf ihrem harten Lager von Stroh; ſie weinte, wimmerte, bethete zu Gott — dieſer ſandte ihr endlic einen erquickenden Schlummer.

Des andern Tages ließ der Richter Marien wieder vor Gericht bringen. Da alle Strenge nichts geholfen hatte, ſo verſuchte er ſie durch Milde und durch freundliche Verſprechungen zum Geſtaͤndniſſe zu bringen.„Du haſt das Leben verwirkt! ſagte er. Du haſt verdient, durch das Schwert hingerichtet zu werden. Wenn du

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