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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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der gnaͤdigen Graͤfin kam. Solche ſchlechte Leu⸗ te, wie dieſe heuchleriſche Marie, koͤnnten auch noch andere honette Perſonen in Verdacht brin⸗ gen.“

Man nahm Jettchen beym Worte; ſie ſollte jetzt ihre Ausſage vor Gericht beſtaͤtigen. Als ſie in die Gerichtsſtube trat, und der Richter ſie er⸗ mahnte, vor Gott die Wahrheit zu bekennen, da klopfte ihr freilich das Herz nicht wenig, und die Knie zitterten ihr. Allein das ſchlechte Maͤd⸗ chen gab den Worten des Richters und der Stimme ihres Gewiſſens kein Gehoͤr. Sie dach⸗ te:„Wenn ich jetzt bekenne, daß ich gelogen habe, ſo werde ich davon gejagt, oder gar ein⸗ geſperrt!; Sie beſtand daher auf ihrer Luͤge, und ſagte es Marien frech unter das Geſicht: „Du haſt den Ring; ich habe ihn bey dir ge⸗ ſehen.“

Marie entſetzte ſich uͤber dieſe Falſchhis Allein ſie laͤſterte und ſchmaͤhte nicht. Sie wein⸗ te blos, und konnte vor Weinen kaum die Wor⸗ te hervorbringen:„Es iſt nicht wahr; du ſaheſt den Ring nicht bey mir. Wie magſt du doch ſo entſetzlich luͤgen, und mich, die dir kein Leid ge⸗ than hat, ſo ungluͤcklich machen!“

Allein Jettchen, die nur auf ihren eignen zeitlichen Vortheil ſah, und noch immer voll Haß und Neid gegen Marie war, kehrte ſich gar