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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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Eine finſtere Wolke verdunkelte jetzt ploͤtz⸗ lich den Mond. Marie ſah nichts mehr von ihren Blumen, und ſchauerliches Dunkel erfuͤllte den Kerker. Es ward ihr aufs neue bange um das Herz. Allein bald ging die Wolke voruͤber und der Mond ſchien wieder hell und ſchoͤn, wie zuvor.„So, ſprach jetzt Marie, kann die Un⸗ ſchuld wohl auch verdunkelt werden; aber am Ende glaͤnzt ſie doch wieder hell und ſchoͤn. So wirſt Du, o Gort, auch meine Unſchuld, auf der jetzt eine ſchwere Wolke boͤſen Verdachtes ruht, am Ende gegen alle falſche Beſchuldigun⸗ gen ſiegen laſſen.“.

Marie legte ſich jetzt wieder auf ihren Bund Stroh nieder und ſchlief ruhig und getroſt ein. Ein lieblicher Traum troͤſtete und erheiterte ſie noch im Schlafe. Sie traͤumte, ſie wandle beym Mondſcheine in einem ihr ganz fremden Gaͤrt⸗ chen, das mitten in einer rauhen Wildniß voll finſterer Tannen lag, und ihr unbeſchreiblich lieb⸗ lich und freundlich vorkam. So hell und ſchoͤn hatte ſie den Mond noch nie geſehen. Alle die bunten Blumen des Gaͤrtchens bluͤhten und duf⸗ teten, von ſeinem ſanften Schimmer erhellt, ſchoͤ⸗ ner und lieblicher. Auch ihren Vater erblickte ſie in dem wunderſchoͤnen Gaͤrtchen. Der Mond er⸗ leuchtete ſein ehrwuͤrdiges, heiter laͤchelndes An⸗ geſicht. Sie eilte auf ihn zu