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ſchloß meine Mutter die Thuͤre, um ſich anders anzukleiden. Da ſie angekleidet iſt, und nur noch den Ring anſtecken will— weg iſt er. Zum Ueberfluſſe durchſuchte meine Mutter noch ſelbſt das ganze Zimmer. Sie brauchte noch die Vor⸗ ſicht, und ließ niemanden von unſern eigenen Leuten, nicht einmal mich in das Zimmer, bis ſie alles zwey, drey mal durchſucht hatte. Allein vergebens! Wer kann nun den Ring haben?“— „Das begreife ich auch nicht! ſagte der Va⸗ ter, Gott hat uns eine ſchwere Pruͤfung zuge⸗ dacht. Doch, was da auch uͤber uns verhaͤngt ſeyn ſollte— ſagte er mit einem Blicke zum Himmel— ſieh, Herr, hier bin ich! Nur deine Gnade, o Gott, und es iſt mir genug.“ „Wahrhaftig, ſagte die Graͤfin, ich gehe mit recht ſchwerem Herzen nach Hauſe. Das iſt mir ein trauriger Geburtstag! Es wird eine boͤſe
Geſchichte geben. Meine Mutter hat zwar noch
keiner Seele ein Wort davon geſagt, als mir, um Marien nicht ungluͤcklich zu machen. Allein laͤnger laͤßt ſich die Sache nicht mehr verheimli⸗ chen. Meine Mutter muß den Ring heute tra⸗ gen. Mein Vater, den wir heute auf Mittag aus der Reſidenz erwarten, wuͤrde ihn ſogleich vermiſſen. Er hat ihn ihr an dem Tage verehrt, da ich zur Welt kam. Sie trug ihn noch jedes⸗ mal an meinem Geburtstage. Sie erwartet, daß


