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vor Gottes Angeſicht, vor der edlen Graͤfin hier, und vor deinem alten Vater nicht luͤgen. Und da du, wie ich feſt glaube, unſchuldig biſt, ſo bin ich ruhig. Sey es du auch, Marie, und fuͤrchte nichts. Es giebt nur ein einziges wahres Uebel in der Welt, das wir zu fuͤrchten haben, und das iſt die Suͤnde. Kerker und Tod ſind nichts dagegen. Was nun auch uͤber uns kommen wird, und wenn uns auch alle Menſchen verlaſſen, und wider uns ſeyn werden: ſo haben wir doch Gott zum Freunde, und der rettet uns gewiß, und bringt unſre Unſchuld hier oder dort an den Tas. 74 8
Die junge Graͤfin wiſchte ſich eine⸗ Thrine 29 und ſagte:„Wenn ich euch, ihr lieben Leu⸗ te, ſo reden hoͤre, ſo glaube ich es freylich auch, daß ihr den Ring nicht habt. Allein, wenn ich wieder alle Umſtaͤnde uͤberlege, ſo ſcheint es mir doch nicht anders moͤglich— ihr muͤßt ihn ha⸗ ben! Meine Mutter weiß das Plaͤtzchen auf ih⸗ rem Arbeitstiſchchen, wo ſie den Ring hinlegte, gerade bevor ich mit Marien ins Zimmer trat, beſtimmt. Keine Seele kam ſonſt in das Zim⸗ mer. Daß ich nicht an das Tiſchchen hinkam, wird Marie ſelbſt bezeugen. Marie war, waͤh⸗ rend meine Mutter mit mir in dem Nebenzim⸗ mer redete, allein in dem Zimmer; vor und nach ihr kein Menſch. Nachdem wir fort waren,


