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Vergißmeinnicht. Die friſchen Roſenknospen, das zarte gruͤne Moos und die blauen Vergißmein⸗ nicht nahmen ſich auf dem feinen weißen Gitter⸗ werke des Koͤrbchens ungemein gut aus. Das ganze Blumenkoͤrbchen war wirklich uͤberaus ſchoͤn. Selbſt der ernſte Vater lobte Mariens Einfall mit zufriedenem Laͤcheln, und ſagte, als ſie es forttragen wollte:„Laß es noch ein wenig da, daß ich es noch laͤnger betrachten kann.“
Marie trug das Koͤrbchen in das Schloß und uͤberreichte es, unter den herzlichſten Gluͤck⸗ wuͤnſchen, der Graͤfin Amalia. Die junge Graͤ⸗ fin ſaß eben an ihrem Putztiſche. Ihr Kammer⸗ maͤdchen ſtand hinter ihr, und war mit Ama⸗ liens Kopfſchmucke fuͤr das heutige Feſt beſchaͤfti⸗ get. Amalia hatte eine ganz ungemeine Freude, und konnte nicht Worte genug finden, bald die ſchoͤnen Blumen, bald das nette Koͤrbchen zu ruͤhmen.„Gutes Kind! ſagte ſie, du haſt ja dein ganzes Gaͤrtchen gepluͤndert, um mich ſo reichlich zu beſchenken! Und dein Vater macht ja eine Arbeit— ſo ſchoͤn, ſo geſchmackvoll, daß ich nie etwas Schoͤneres ſah. O komm doch ſo⸗ gleich mit mir zu meiner Mutter.“ Sie ſtand auf, nahm Marien freundlich bey der Hand,
und fuͤhrte ſie die Treppe hinauf in das Zimmer
ihrer Mutter.


