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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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Zweytes Kapitel. Marie im gräflichen Schloſſe.

Einmal, an einem lieblichen Morgen zu Anfang des Mayes, hatte Marie in dem nahen Waͤldchen Weidenſproſſen und Haſelzweige ge⸗ ſchnitten, aus denen ihr Vater, wenn es im Garten nichts zu thun gab, die niedlichſten Koͤrb⸗ chen flocht. Da fand ſie die erſten Maybluͤm⸗ chen. Sie pfluͤckte einige davon, und machte zwey Straͤußchen baraus, eines fuͤr ihren Vater und eines fuͤr ſich. Als ſie auf dem ſchmalen Fußſteig durch den blumigen Wieſengrund nach Hauſe ging, begegneten ihr die Graͤfin von Eich⸗ burg und deren Tochter Amalia, die ſich gewoͤhn⸗ lich in der Reſidenzſtadt aufhielten, vor einigen Tagen aber auf ihrem Schloſſe Eichburg ange⸗ kommen waren..

Marie trat, ſobald ſie die beyden weißgeklei⸗ deten Frauenzimmer mit gruͤnen Sonnenſchirm⸗ chen erblickte, etwas ſeitwaͤrts, um ihnen Platz zu machen, und blieb ehrerbietig an dem Fuß⸗ wege ſtehen.