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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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zen unvergleichlich ſchoͤn neben einander; ſo ſind Unſchuld und Schamhaftigkeit auch Zwillings⸗ ſchweſtern, und koͤnnen nicht getrennt werden. Ja, Gott gab der Unſchuld, damit ſie leichter bewahrt werde, die Schamhaftigkeit zur warnen⸗ den Schweſter. Bleibe ſchamhaft, liebe Tochter, und du wirſt auch unſchuldig bleiben. Dein Herz ſey immer rein gleich einer reinen Lilie, und dei⸗ ne Wangen werden immer den Roſen gleichen. Ddie ſchoͤnſte Zierde des Gartens war ein kleines Apfelbaͤumchen, nicht groͤßer als ein Roſenſtock, das auf einem kleinen, runden Beet⸗ chen mitten im Garten ſtand. Der Vater hatte es an dem Tage, da Marie geboren wurde, ge⸗ pflanzt, und das Baͤumchen trug alle Jahre die ſchoͤnſten goldgelben und purpurgeſtreiften Aepfel. Einmal bluͤhte es vorzuͤglich ſchdn, und war ganz mit Bluͤthen bedeckt. Marie betrachtete es jeden Morgen.O wie ſchoͤn, rief ſie entzuͤckt, wie herrlich roth und weiß! Es iſt, als wenn das ganze Baͤumchen nur ein einziger großer Blumen⸗ ſtrauß waͤre! Eines Morgens kam ſie wieder da hatte der Reifen die Bluͤthen verſengt. Sie waren bereits gelb und braun, und ſchrumpften an der Sonne zuſammen. Marie weinte uͤber den traurigen Anblick. Da ſprach der Vater: So verderbt die ſuͤndliche Luſt die Bluͤthe der Jugend. O Kind, zittre vor Verfuͤhrung! Sieh,