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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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den bald bleich und gelb, und modern vor der

freuten Marie, indem er mit dem Finger auf eine Lilie deutete, die von der Morgenſonne be⸗ leuchtet war:Die Lilie ſey dir, liebe Toch⸗ ter, das Bild der Unſchuld! Sieh, wie ſchoͤn, wie hell und rein ſie daſteht! Der weißeſte At⸗ las iſt nichts gegen ihre Blaͤtter; ſie gleichen dem Schnee. Wohl der Jungfrau, deren Herz ſo rein von allem Boͤſen iſt! Die reinſte aller Farben iſt aber auch am ſchwerſten rein zu be⸗ wahren. Leicht iſt ein Lilienblatt verletzt; man darf es nicht rauh anfaſſen, oder es bleiben Fle⸗ cken zuruͤck. So kann auch ein Wort, ein Ge⸗ danke, die Unſchuld verletzen! Die Roſe aber, ſprach er, indem er auf eine hinzeigte, ſey dir, liebe Marie, das Bild der Schamhaftigkeit. Schoͤner als die Roſenfarbe iſt die Farbe der Schamroͤthe. Heil der Jungfrau, die uͤber jeden unanſtaͤndigen Scherz erioͤthet, und ſich von der Glut, die ſie auf ihren Wangen fuͤhlt, vor Ge⸗ fahr der Suͤnde warnen laͤßt. Wangen, die leicht errdthen, bleiben lange ſchoͤn und roth; Wangen, die nicht mehr errthen koͤnnen, wer⸗

Zeit im Grabe. Der Vater pluͤckte einige Lilien und Roſen, fuͤgte ſie in einen Strauß zuſammen, gab ihn Marien, und ſprach:Lilien und Ro⸗ ſen, dieſe ſchoͤnen Schweſterblumen, gehdren zu⸗ ſammen und ſtehen auch in Sreängen und. Kaͤu⸗