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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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ſo freundlich ſcheinen laͤßt, Than und Regen giebt, den Vogel in der Luft ernaͤhrt und die Blumen ſo herrlich kleidet. Hier lehrte er ſie den Allmaͤchtigen als den liebevollen Vater der Men⸗ ſchen kennen, der ſich uns noch unendlich liebli⸗

cher und freundlicher, als in der ganzen Schoͤp⸗ fung in ſeinem geliebten Sohne offenbart.

Hier lehrte er ſie bethen, indem er ſelbſt mit ihr aus ſeinem Herzen bethete. Dieſe Morgenſtunden trugen vieles dazu bey, die kindlichſte Froͤmmig⸗ keit in ihr zartes Herz zu pflanzen.

In ihren liebſten Blumen zeigte er ihr die ſchdnen Sinnbilder jungfraͤulicher Tugenden.

Als ſie ihm einſt ſehr fruͤh im Maͤrz voll Freude

das erſte Veilchen brachte, ſprach der Vater: Das holde Veilchen ſey dir, liebe Marie, ein Bild der Demuth, der Eingezogenheit, der Wohlthaͤtigkeit im Stillen. Es kleidet ſich in die ſaufte Farbe der Beſcheidenheit, es bluͤht am liebſten im Verborgenen, es erfuͤllt, unter Blaͤt⸗ tern verſteckt, die Luft mit dem lieblichſten Wohlgeruche. Sey auch du, liebe Marie, ein ſtilles Veilchen, das einen bunten prahlenden An⸗ zug verſchmaͤht, nicht bemerkt ſeyn will, und, bis es verbluͤht iſt, im Stillen Gutes thut. Als die Roſen und die Lilien in voller Bluͤ⸗ the ſtanden, und der Garten in ſeiner ſchoͤnſten Pracht erſchien, ſprach der Vater zu der hocher⸗