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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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ohne ſtehen zu bleiben und die ſchoͤnen Blumen zu bewundern. Die Kinder aus dem Orte guck⸗ ten taͤglich durch das Gitter, und Marie mrichte ihnen immer einige Blumen hinaus.

Der weiſe Vater wußte aber die Freude ſei⸗ ner Tochter an den Blumen zu einem hoͤheren Ziele zu leiten. Er lehrte ſie in der Schoͤnheit der Blumen, ihren mancherley Geſtalten, der reinen Zeichnung, dem richtigen Ebenmäaße, den herrlichen Farben, den lieblichen Wohlgeruͤchen die Weisheit, Guͤte, und Allmacht Gottes be⸗ wundern. Er war es gewoͤhnt, die erſte Morgen⸗ ſtunde der Andacht zu widmen, und er ſtand deßhalb immer fruͤher auf, als es ſeine Arbeit erforderte. Er glaubte, das menſchliche Leben habe wenig Werth, wenn der Menſch bey allen ſeinen Geſchaͤften nicht ein Paar Stunden oder wenigſtens halbe Stunden des Tages heraus zu bringen wiſſe, in denen er ſich ungeſtoͤrt mit ſei⸗ nem Schoͤpfer unterhalten, und ſich mit ſeiner hohen Beſtimmung im Himmel beſchaͤftigen koͤnne. An den herrlichen Fruͤhlings⸗ und Sommermor⸗ gen nahm er deßhalb Marxien mit in die Gar⸗ tenlaube, wo man, unter dem lieblichen Geſange der Voͤgel, den bluͤhenden, von Thau funkelnden Garten und eine reiche Landſchaft in den golde⸗ nen Strahlen der Morgenſonne uͤberſehen konnte. Hier redete er mit ihr von Gott, der die Sonnt