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Das Blumenkörbchen : eine Erzählung, dem blühenden Alter gewidmet / von dem Verfasser der Ostereyer
Entstehung
[Giessen] [2024]
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ward ſie ihm durch den Tod entriſſen. Sein Schmerz war unausſprechlich. Der gute, bereits etwas betagte Mann alterte zuſehends und ſeine Haare bleichten ſich merklich. Seine einzige Freu⸗ de in der Welt war nun ſeine einzige Tochter, die ihm von mehreren Kindern allein am Leben geblieben war, und bey dem Tode der Mutter erſt fuͤnf Jahre zaͤhlte. Sie hieß, wie die Mut⸗ ter, Marie, und war in allem ihr treues Eben⸗ bild. Schon als Kind war ſie ungemein ſchoͤn; allein, ſo wie ſie heran wuchs, gaben ihr from⸗ mer Sinn, ihre Unſchuld, ihre Beſcheidenheit, ihr ungeheucheltes Wohlwollen gegen alle Men⸗ ſchen ihrer Schoͤnheit eine ganz eigene Anmuth. Es blickte ſo etwas unbeſchreiblich Gutes aus ih⸗ rem Angeſichte, daß es einem war, als blickte einen ein guter Engel an. Marie hatte das fuͤnf⸗

zehnte Jahr noch nicht zuruͤckgelegt, als ſie die

kleine Haushaltung ſchon auf das beſte beſorgte. In dem heitern Wohnſtuͤbchen erblickte man nir⸗ gends ein Staͤubchen, in der Kuͤche glaͤnzten alle Geſchirre faſt wie neu, das ganze Haus war ein Muſter von Ordnung und Reinlichkeit. Ueberdieß half ſie ihrem Vater bei den Gartenarbeiten mit unermuͤdetem Fleiße, und die Stunden, in denen ſie ſo um ihn beſchaͤftigt war, gehoͤrten unter die vergnuͤgteſien ihies Lebens. Denn der weiſe Va⸗ . 1*